
Vieles von dem, was wir heute im Marvel Cinematic Universe auf großen Leinwänden und auf der heimischen Mattscheibe zu sehen bekommen, wurde nicht eigens dafür ersonnen, sondern hat Comic-Wurzeln, die teilweise weit in der Vergangenheit liegen. Bei schätzungsweise mehr als 40tausend Comics, die seit der Gründung im Jahr 1939 (damals noch Timely Publications) rausgehauen wurden, ist es sehr schwer, den Überblick zu behalten. Noch schwerer, nachzuvollziehen, welche Entwicklung, ganz gleich, ob im bewegten oder gezeichneten Bild, wo und wann ihren Anfang nahm.
Eine Abhilfe schafft hier immer wieder die „Marvel Must-Have“-Reihe von Panini. Quer durch alle Marvel-Epochen werden hier Storys herausgepickt, welche nach Einschätzung des Verlags aus diesem oder jenem Grund so relevant sind, dass sie zum Must-Have deklariert werden. Eine Einschätzung, die ich nicht immer teile – aber immer wieder. Ganz besonders dann, wenn quasi ganz tief in der Mottenkiste gewühlt wird. So wie es auch bei „Marvel Must-Have: Avengers – Der Kree/Skrull-Krieg“ der Fall ist. Eine Geschichte, die immerhin schon aus den frühen 1970er-Jahren stammt. Ich war zu der Zeit noch nicht einmal Quark im Schaufenster. Und wenn es Euch ähnlich geht, habt Ihr jetzt die Möglichkeit, eine Story mit diversen Aha-Momenten nachzuholen.
Ich möchte gar nicht zu sehr ins Detail gehen bei dieser Geschichte, sondern es bei der denkbar kürzesten Zusammenfassung belassen: Die Kree (Captain Marvel – oder: Mar-Vell gehört dieser Spezies an) als auch die Skrull sind expansionistische Völker. Und als solche seit Ewigkeiten in einem Krieg miteinander verwickelt, der sich auf unzählige Welten erstreckt. Da ist es irgendwie auch nur naheliegend, dass auch die Erde ins Kreuzfeuer gerät. Und nur die Avengers können sich dem in den Weg stellen und Schlimmeres verhindern. Spoiler: Tun sie natürlich auch. Wir reden von einem Comic aus jenen Tagen, als die Comics Code Authority noch ein großes Thema war. Drastische Entwicklungen, wie sie etwa in The Authority oder später in The Boys zu erleben waren, gibt es hier selbstverständlich nicht.
Und doch bin ich von einem „ach, kuck an – das ist ja interessant“-Moment zum nächsten gekommen während der Lektüre dieser rund 220 Seiten. So haben hier nicht nur die Avengers ihren Auftritt, hier ergänzt um Scarlet Witch und Vision, Ant-Man oder auch The Wasp (damals noch keine Selbstverständlichkeit), sondern auch die Fantastic Four. Ronan der Ankläger (siehe „Guardians of the Galaxy“) dürfen hier eine große und wichtige Rolle spielen, Clint Barton ist auch dabei, wenn auch noch nicht in der Rolle, in der wir ihn heute erleben und auch die Inhumans finden mehr als nur Erwähnung. Uuund Captain Marvel und Carol Denvers sind hier nicht ein und dieselbe Person.
Die von Roy Thomas geschriebene Story zeigt hier Konzepte, die vielleicht vorher schon, aber in jedem Fall später an anderer Stelle wieder aufgegriffen wurden. So zum Beispiel, dass sich die Avengers vor einem Untersuchungsausschuss für ihr Tun (oder: Nichttun) verantworten müssen. Und dass sich die Guten gegeneinander auflehnen. Dass hier die gestaltwandlerischen Skrull die Ursache sind und nicht etwa unterschiedliche Vorstellungen davon, was zu tun gerade das Richtige wäre, ist bei dieser Betrachtung unerheblich. Interessant sind in dem Zusammenhang auch die Zeichnungen von Neal Adams, der für einen großen Teil der Bilder verantwortlich war. Gegenüber den wirklich noch sehr klassischen Darstellungen, wie sie die hier ebenfalls beteiligten Sal Buscema bzw. John Buscema lieferten, änderte Adams die bisherigen Regeln des Spiels und ließ uns in die Innereien des Androiden Vision abtauchen. Ungewöhnliche Perspektiven inklusive.
Im Falle von „Avengers – Der Kree/Skrull-Krieg“ bin ich wieder ganz einer Meinung mit Panini. Dieses Schmuckstück, inzwischen über 50 Jahre alt, ist ein Must-Have. Zumindest dann, wenn man sich für die Comic-Historie interessiert und Freude daran hat zu entdecken, wie viele Dinge aus eben jener Story noch bis heute auf die Welt von Marvel einwirkt.
A lot of what we see today on the big screen and at home in the Marvel Cinematic Universe wasn’t originally created for it. Instead, it has deep roots in comic book history, some of which stretch far back into the past. With an estimated 40,000+ comics released since Marvel’s founding in 1939 (back when it was still Timely Publications), keeping track of everything is no easy task. It’s even harder to pinpoint exactly when and where certain storylines—whether on paper or in motion—first began.
That’s where Panini’s “Marvel Must-Have” series comes in. Spanning all eras of Marvel, this collection highlights stories deemed essential by the publisher for one reason or another. I don’t always agree with their picks—but more often than not, I do. Especially when they dig deep into Marvel’s archives. And that’s exactly the case with “Marvel Must-Have: Avengers – The Kree/Skrull War,” a story that dates all the way back to the early 1970s. I wasn’t even a blip on the radar back then. And if that’s the case for you too, now’s your chance to catch up on a story filled with plenty of “aha” moments.
I won’t go too deep into the plot details, but here’s the shortest summary possible: The Kree (Captain Marvel—aka Mar-Vell—belongs to this species) and the Skrulls are two expansionist alien races locked in an ages-old war spanning countless worlds. Naturally, Earth gets caught in the crossfire, and only the Avengers can step in to stop things from spiraling out of control. Spoiler: They do. This was the era of the Comics Code Authority, so don’t expect anything as extreme as what you’d find in The Authority or The Boys later on.
Still, while reading these 220+ pages, I kept stumbling upon one fascinating moment after another. The Avengers aren’t the only ones taking the stage here—Scarlet Witch, Vision, Ant-Man, and The Wasp are also in the mix (which wasn’t a given back then). The Fantastic Four make an appearance, Ronan the Accuser (remember him from Guardians of the Galaxy?) plays a big role, and Clint Barton is here too—just not in the way we know him today. Plus, the Inhumans are more than just a footnote. Oh, and one more thing: Captain Marvel and Carol Danvers? Not the same person in this story.
Written by Roy Thomas, this arc introduced (or reinforced) ideas that would resurface later. For instance, the Avengers are forced to testify before a congressional committee about their actions—or lack thereof. And heroes turning against each other? Yep, that happens too. The difference is that here, it’s because of the Skrulls’ shape-shifting tricks, not conflicting ideologies. The art by Neal Adams is another highlight—his dynamic style changed the game, offering unusual perspectives and even taking us inside Vision’s android body. In contrast, Sal Buscema and John Buscema, who also contributed, kept things more traditional.
When it comes to Avengers – The Kree/Skrull War, I’m totally on board with Panini. This gem, now over 50 years old, is a must-have—at least if you’re into comic book history and enjoy seeing how elements from this classic storyline still influence Marvel’s universe today.


Vieles von dem, was wir heute im Marvel Cinematic Universe auf großen Leinwänden und auf der heimischen Mattscheibe zu sehen bekommen, wurde nicht eigens dafür ersonnen, sondern hat Comic-Wurzeln, die teilweise weit in der Vergangenheit liegen. Bei schätzungsweise mehr als 40tausend Comics, die seit der Gründung im Jahr 1939 (damals noch Timely Publications) rausgehauen wurden, ist es sehr schwer, den Überblick zu behalten. Noch schwerer, nachzuvollziehen, welche Entwicklung, ganz gleich, ob im bewegten oder gezeichneten Bild, wo und wann ihren Anfang nahm.
Eine Abhilfe schafft hier immer wieder die „Marvel Must-Have“-Reihe von Panini. Quer durch alle Marvel-Epochen werden hier Storys herausgepickt, welche nach Einschätzung des Verlags aus diesem oder jenem Grund so relevant sind, dass sie zum Must-Have deklariert werden. Eine Einschätzung, die ich nicht immer teile – aber immer wieder. Ganz besonders dann, wenn quasi ganz tief in der Mottenkiste gewühlt wird. So wie es auch bei „Marvel Must-Have: Avengers – Der Kree/Skrull-Krieg“ der Fall ist. Eine Geschichte, die immerhin schon aus den frühen 1970er-Jahren stammt. Ich war zu der Zeit noch nicht einmal Quark im Schaufenster. Und wenn es Euch ähnlich geht, habt Ihr jetzt die Möglichkeit, eine Story mit diversen Aha-Momenten nachzuholen.
Ich möchte gar nicht zu sehr ins Detail gehen bei dieser Geschichte, sondern es bei der denkbar kürzesten Zusammenfassung belassen: Die Kree (Captain Marvel – oder: Mar-Vell gehört dieser Spezies an) als auch die Skrull sind expansionistische Völker. Und als solche seit Ewigkeiten in einem Krieg miteinander verwickelt, der sich auf unzählige Welten erstreckt. Da ist es irgendwie auch nur naheliegend, dass auch die Erde ins Kreuzfeuer gerät. Und nur die Avengers können sich dem in den Weg stellen und Schlimmeres verhindern. Spoiler: Tun sie natürlich auch. Wir reden von einem Comic aus jenen Tagen, als die Comics Code Authority noch ein großes Thema war. Drastische Entwicklungen, wie sie etwa in The Authority oder später in The Boys zu erleben waren, gibt es hier selbstverständlich nicht.
Und doch bin ich von einem „ach, kuck an – das ist ja interessant“-Moment zum nächsten gekommen während der Lektüre dieser rund 220 Seiten. So haben hier nicht nur die Avengers ihren Auftritt, hier ergänzt um Scarlet Witch und Vision, Ant-Man oder auch The Wasp (damals noch keine Selbstverständlichkeit), sondern auch die Fantastic Four. Ronan der Ankläger (siehe „Guardians of the Galaxy“) dürfen hier eine große und wichtige Rolle spielen, Clint Barton ist auch dabei, wenn auch noch nicht in der Rolle, in der wir ihn heute erleben und auch die Inhumans finden mehr als nur Erwähnung. Uuund Captain Marvel und Carol Denvers sind hier nicht ein und dieselbe Person.
Die von Roy Thomas geschriebene Story zeigt hier Konzepte, die vielleicht vorher schon, aber in jedem Fall später an anderer Stelle wieder aufgegriffen wurden. So zum Beispiel, dass sich die Avengers vor einem Untersuchungsausschuss für ihr Tun (oder: Nichttun) verantworten müssen. Und dass sich die Guten gegeneinander auflehnen. Dass hier die gestaltwandlerischen Skrull die Ursache sind und nicht etwa unterschiedliche Vorstellungen davon, was zu tun gerade das Richtige wäre, ist bei dieser Betrachtung unerheblich. Interessant sind in dem Zusammenhang auch die Zeichnungen von Neal Adams, der für einen großen Teil der Bilder verantwortlich war. Gegenüber den wirklich noch sehr klassischen Darstellungen, wie sie die hier ebenfalls beteiligten Sal Buscema bzw. John Buscema lieferten, änderte Adams die bisherigen Regeln des Spiels und ließ uns in die Innereien des Androiden Vision abtauchen. Ungewöhnliche Perspektiven inklusive.
Im Falle von „Avengers – Der Kree/Skrull-Krieg“ bin ich wieder ganz einer Meinung mit Panini. Dieses Schmuckstück, inzwischen über 50 Jahre alt, ist ein Must-Have. Zumindest dann, wenn man sich für die Comic-Historie interessiert und Freude daran hat zu entdecken, wie viele Dinge aus eben jener Story noch bis heute auf die Welt von Marvel einwirkt.
A lot of what we see today on the big screen and at home in the Marvel Cinematic Universe wasn’t originally created for it. Instead, it has deep roots in comic book history, some of which stretch far back into the past. With an estimated 40,000+ comics released since Marvel’s founding in 1939 (back when it was still Timely Publications), keeping track of everything is no easy task. It’s even harder to pinpoint exactly when and where certain storylines—whether on paper or in motion—first began.
That’s where Panini’s “Marvel Must-Have” series comes in. Spanning all eras of Marvel, this collection highlights stories deemed essential by the publisher for one reason or another. I don’t always agree with their picks—but more often than not, I do. Especially when they dig deep into Marvel’s archives. And that’s exactly the case with “Marvel Must-Have: Avengers – The Kree/Skrull War,” a story that dates all the way back to the early 1970s. I wasn’t even a blip on the radar back then. And if that’s the case for you too, now’s your chance to catch up on a story filled with plenty of “aha” moments.
I won’t go too deep into the plot details, but here’s the shortest summary possible: The Kree (Captain Marvel—aka Mar-Vell—belongs to this species) and the Skrulls are two expansionist alien races locked in an ages-old war spanning countless worlds. Naturally, Earth gets caught in the crossfire, and only the Avengers can step in to stop things from spiraling out of control. Spoiler: They do. This was the era of the Comics Code Authority, so don’t expect anything as extreme as what you’d find in The Authority or The Boys later on.
Still, while reading these 220+ pages, I kept stumbling upon one fascinating moment after another. The Avengers aren’t the only ones taking the stage here—Scarlet Witch, Vision, Ant-Man, and The Wasp are also in the mix (which wasn’t a given back then). The Fantastic Four make an appearance, Ronan the Accuser (remember him from Guardians of the Galaxy?) plays a big role, and Clint Barton is here too—just not in the way we know him today. Plus, the Inhumans are more than just a footnote. Oh, and one more thing: Captain Marvel and Carol Danvers? Not the same person in this story.
Written by Roy Thomas, this arc introduced (or reinforced) ideas that would resurface later. For instance, the Avengers are forced to testify before a congressional committee about their actions—or lack thereof. And heroes turning against each other? Yep, that happens too. The difference is that here, it’s because of the Skrulls’ shape-shifting tricks, not conflicting ideologies. The art by Neal Adams is another highlight—his dynamic style changed the game, offering unusual perspectives and even taking us inside Vision’s android body. In contrast, Sal Buscema and John Buscema, who also contributed, kept things more traditional.
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Long Live: Der ultimative Leitfaden zum Fandom von Taylor Swift | Book Review
[English version below] Das Phänomen Taylor Swift ist ein Kuchen, von dem nicht zuletzt in der Verlagsbranche so einige Teilnehmer ein paar Krümel abbekommen möchten. Geht man mal durch größere Buchhandlungen, so wird man in der entsprechenden Abteilung mit Literatur und sonstigem Tand rund um einen der größten Popstars, den die Welt je gesehen hat, förmlich erschlagen. Und selbst die kleinsten Buchläden haben oft das ein oder andere Buch, das sich mit Leben und Wirken der Sängerin befasst, i...

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