i was struggling tooo

LASS MICH, triefende, nachstellende, bettelnde Wärme. Überall wartest du mit deinen offenen Armen, springst mir herrlich lächelnd in den Weg. Deine Grimasse mag dir echt und wohlwollend sein, aber mir ist sie eine irre Fratze. FRATZE, hör mir zu! Ich schreie dich an, aber in deiner eingelullten selbstzufriedenen Weichheit umfließt du meine rohe Angst ohne dass nur eine Wolke dein Sonnenschein trübt. Lächerlich scheint mein Protest gegen das ultimativ schöne, gute, warme, hellste Sonnenlicht. Sieh meine Augen, sie tränen, meine Haut, Sie schwitzt und wird schon klebrig warm verschmutzt wie deine. Keine Geschicktheit oder Ungeschicktheit des Geistes treibt mich zur Flucht, sondern Schweiß und krustige Tränen. Sogar durch diese konntest du mich täuschen, als tänzelnder Pfarrer, allgegenwärtiger schwitzender Prediger übervoll von seinem eigenen blendenden Wahnsinn. Aber jetzt ist Schluß, denn ich japse nach frischer Luft. Um Atem ringend schwindet auch dir endlich dein schönes lächeln.

Eiskalte Winde durchstechen meinen Körper, zum ersten mal verliert sich dein feuchter Nebel und ich kann in die Ferne sehen. Hier ist Raum und Zeit zum Sein, auch für mich. Endlich kann ich anhalten und frieren, hier sein und die eiskalten, klaren Kanten der Welt gegen meinen eigenen Körper spüren. Scharf durchbricht mein zittriger Schrei die klare Luft, und ich kann mich selbst, mein Echo hören. Reflektiert vom kalten, ewigen Stein wird meine eigene Stimme. Keiner kann sie mir jetzt nehmen. Noch wage ich nicht mich nach dir umzusehen.